In der Welt habt ihr Angst

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Ich bin ehrlich: Ich habe Angst. Die Klimakrise macht mir Angst. Wenn all die renommierten Wissenschaftlerinnen und Klimaforscher recht behalten, sieht es auf der Erde bald richtig finster aus . Und an vielen Orten dieser Erde ist es bereits jetzt sehr dunkel. Auf Madagaskar sterben gerade Kinder an einer Hungersnot, die dem Klimawandel und letztlich unserem Verhalten in den reichen Ländern geschuldet ist.

Ich habe Angst und die Angst bringt mich oft zur Verzweiflung. Ich verzweifle an dieser Welt, an dieser maßlosen Ungerechtigkeit, dass es die am härtesten trifft, die am wenigsten dafür können. Ich verzweifle an der Menschheit, die so blind in ihr eigenes Verderben rennt obwohl die Lösungen lange bekannt sind.

Ich habe Angst um meine Kinder. In welcher Welt werden sie einmal leben? Was werden sie erleiden müssen?

Ich verzweifle auch an mir persönlich, weil auch ich immer wieder scheitere an meinen Idealen und weil die Bequemlichkeit immer wieder siegt über die notwendigen Veränderungen.

Wohin also mit all der Angst und mit der Verzweiflung?

Ich erlebe dieser Tage viele Menschen, die die Strategie entwickelt haben, die Augen zu verschließen, die Angst nicht zuzulassen.

Jesus sagt in Joh 16,33: „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Dieser Ausspruch gibt mir Halt und Trost.

Jesus sagt: „In der Welt habt ihr Angst.“ Er sagt nicht: „Du brauchst keine Angst haben. Ist doch nicht so schlimm.“ Nein, er nimmt uns ernst mit unserer Angst, er gesteht sie uns zu. Das heißt für mich erstmal: Ich muss meine Angst nicht unterdrücken. Meine Angst ist berechtigt, denn diese Welt ist schlimm. Und Jesus selbst ist auch schon an ihr verzweifelt. Ich darf meine Ängste zulassen, sie aussprechen, mich ihnen stellen. Das allein hat schon etwas Heilsames. Denn wenn wir versuchen die Angst nicht zuzulassen, sie irgendwo tief zu vergraben, wird uns das irgendwann kaputt machen, glaube ich, die Angst wird uns irgendwann wieder einholen. Ganz entkommen können wir ihr wohl eh nicht.

In Jesus habe ich jemanden gefunden, zu dem ich mit meiner Angst kommen kann. Wo ich meine Ängste und Verzweiflung aussprechen kann.

Jesus bleibt aber nicht stehen bei der Angst, und das ist ein nächster wichtiger Schritt, den ich mir auch immer wieder vor Augen führen muss um nicht in dieser Verzweiflung hängen zu bleiben. Er sagt auch: ABER. „Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Er erinnert uns daran, dass er all das kennt. Er hatte selber Angst, als er im Garten Gethsemane war, den Tod vor Augen. Er hat Blut und Wasser geschwitzt. Niemand weiß besser als er was Angst ist, aber er hat diese Welt mit allem Elend überwunden. Für uns. In seinem Tod am Kreuz hat er all das mitgenommen, was uns in dieser Welt so verrückt macht: Die Ängste, die Verzweiflung, unsere Schuld und unsere eigene Unfähigkeit. Er hat uns schon jetzt von dieser Welt befreit. Und den Weg frei gemacht zu einer besseren friedlichen Welt in einem Leben nach dem Tod.

Noch aber sind wir hier. In dieser Welt. Und dieses Versprechen, das wir als Christen haben, die Hoffnung auf eine neue Welt sollte uns nicht dazu verführen zu meinen, es sei egal wohin es mit dieser Welt geht. Diese getroste Hoffnung, die wir haben dürfen, schließt die Angst in dieser Welt nicht aus. Wir haben eine Aufgabe zu erfüllen. Wir sind nicht umsonst hier. Wir sollen die Erde bewahren. Wir sollen unsere Nächsten lieben, ja sogar unsere Feinde. Wir sind dazu aufgerufen, in dieser Welt einen Unterschied zu machen. Dabei dürfen wir scheitern. Dabei dürfen wir auch in Ängste zurückfallen. Aber wir dürfen darauf vertrauen, dass wir in all dem nicht alleine sind, sondern jemand an unserer Seite kämpft und liebt und hofft, der all das selbst schon durchgemacht hat.

Das ist meine Hoffnung in aller Angst in dieser dunklen Welt.

Hast du auch Angst vor der Klimakrise? Wie gehst du damit um? Was sind deine Strategien? Was gibt dir Hoffnung? Hinterlass doch gerne einen Kommentar hier unten. Vielleicht können wir uns so gegenseitig stärken;-)


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